Maroll 2008


  • Marcus "MAROLL" Goll am 3.7.1961 in Stuttgart-Sillenbuch geboren.



  • Besuch der Waldorfschule Stuttgart Uhlandshöhe bis 1980.



  • 1983-1987 Studium an der Freien Kunstschule Nürtingen bei Hilmar Braun
    (Malerei und Bildnerisches Gestalten).



  • 1980-1987 Ausstellungen im Stuttgarter Raum, u.a. Württembergischer Kunstverein,
    Künstlerhaus, Galerie in der Fabrik, Galerie im Rudolf-Steiner-Haus, Forum3, Eulenspiegel.



  • 1986-1988 Mitarbeit im Kupferdruckatelier Volker Sammet in Plochingen.



  • 1988-1992 Studium an der Fachhochschule für Kunstpädagogik, Kunsttherapie und Kunst in Ottersberg bei Bremen.



  • 1997-2004 Ausstellungen in Niedersachsen (Verden, Achim, Syke, Sittensen, Hannover): "Bahnhof", "Stattcafe", "Kunsthaus", "hair and more", "Arbeitsamt", "Arbeiterwohlfahrt", "Trialog", "Satchmo´s". "Galerie Intermezzo" (Achim-Baden) und "Perfect Art", "Landkreis" und "Kelebek" in Verden an der Aller, sowie in der Ahauser Mühle im Kreis Rotenburg Wümme.



  • 1998 und 2000 zwei komplett verschiedene große Marollausstellungen im Verdener Arbeitsamt.



  • 2001-2003 Leitung einer Gesprächsrunde im "Offenen Atelier" mit bis zu 15 Teilnehmern.



  • 2002 "Moderne Alte Schinken" Marollausstellung im Satchmo´s Verden.



  • 2. 10. 2004 Malaktion mit BluesPainter in der Galerie 3 Verden.



  • Ausstellung: "Farbform Fantasien" vom 2. 12. bis 30. 12. 2004 in der Galerie 3.



  • Oktober 2005 bis 2007 Dauerausstellung im Verdener Kelebek (Ökozentrum) und Liekedeeler.



  • Seit einigen Jahren bis auf weiteres Dauerleihgabenausstellung von Marolloriginalen im Landkreisgebäude zu Verden.



  • Frühjahrsausstellung zum Tag der Offenen Gärtnerei bei Blume&Co Kirchlinteln 2007.



  • Sommerausstellung im Liekedeeler Verden 2007.



  • Zur Zeit (2018) können private Treffen beim
    Künstler in 27283 Verden telefonisch vereinbart werden:

    Telefon 04231 931783.




  • Marolls Worte hängen an der Wand
    Marcus Goll mit tiefen Wurzeln in der Kunst


    Wie kommt der Künstler zur Kunst? Jede Biografie hat ihre eigene Antwort. Marcus Goll, der Neu-Verdener mit dem Künstlernamen "Maroll", ist sozusagen in sie hineingeboren. Großvater Karl Goll, der "Schwäbische Impressionist", wirkte als Königlicher Hofmaler am Württembergischen Hofe. Sein Sohn Felix wurde zu einem bedeutenden Kunstpädagogen der anthroposophischen Lehre.

    Maroll erzählt aus der Familienhistorie: "Mein Vater wuchs in der Familie des Direktors der Waldorf-Astoria-Werke auf. Der war mit Rudolf Steiner befreundet und gab ihm das Geld für seine erste Waldorfschule." Felix Goll wurde leidenschaftlicher Vertreter von Steiners Lehren. Bei ihm gingen die Künstler ein und aus. Der kleine Marcus war stets dabei; früh wurde dem Vater dessen Begabung bewußt.

    Seine Kinder wählten ebenfalls künstlerische Berufe; Christian war Meisterschüler Karl Schmidt-Rottluffs. Seinem um fast eine Generation jüngeren, 1961 geborenen Bruder Marcus fiel die künstlerische Existens nicht als Erbteil in den Schoß; im Gegenteil musste er vor den Schatten seiner übermächtigen Vorbilder immer wieder um seine Identität ringen. "Ich habe erst vor ein paar Jahren begonnen, zu zeigen, dass ich da bin", sagt er.

    Der Vater stirbt, als Maroll 16 ist. Die berufliche Orientierung nach der Waldorfschule muß er deshalb selbst finden. Nach drei versuchsweisen Lehr- und Wanderjahren als Maler und Anstreicher stellt der 22-Jährige eine Mappe mit Bildern zusammen und bewirbt sich an der Freien Kunstschule Nürtingen. Er wird auf Anhieb aufgenommen und darf sogar das Vorsemester über bildnerische Techniken überspringen. "Das war unglaublich: " Wenn ich in Vaters Atelier mal mit Schwarz malte oder Ecken und Kanten ins Bild brachte, so galt dies unter seinen Kollegen als äußerst Besorgnis erregend. Und in der Kunstschule Nürtingen saß ich nun mit Künstlern, die mit Action-Painting, Colour Field oder Hard Edge experimentierten. Mein Lehrer Hilmar Braun war Schüler der Beuys-Klasse gewesen und zählte sich zu den `Neuen Wilden´!"

    Der Sprung ins eiskalte Wasser war eine Befreiung. Keine dogmatischen Vorgaben mehr, keine Verbote - die Synthese der beiden Extreme bedeutete, sich aus der Vielfalt der Möglichkeiten diejenigen auszuwählen, aus denen er seine eigene Bildsprache formen konnte.

    "Ich fühle mich in meinem Werk als Vermittler zwischen den Stilen", formuliert Goll seine künstlerische Motivation.

    "Ich will weder konservativ in Altem verharren, noch krampfhaft versuchen, etwas `völlig Neues´ zu schaffen, sondern im Kontext des Zeitgeistes meine `radikale Mitte´ finden. Dabei hoffe ich etwas zu schaffen, was die Zeiten überdauert."

    Wer seine Bilder betrachtet, versteht, was damit gemeint ist: Marolls Arbeiten stellen eine gelungene Synthese der gegensätzlichen Einflüsse dar, denen Goll auf seinem Lebensweg begegnete.

    Die Intensität seines Blickes, die Kraft der Farben und die Unmittelbarkeit des Ausdrucks öffnen sein Werk gleichsam für die betrachtenden Augen, führen ein Eigenleben ohne Kompromisse der Gefälligkeit und sind dennoch zugänglich in einer Weise, wie man es in unserer Zeit künstlerischer Exaltiertheit nicht oft findet.

    So ist es kaum notwendig, viel über die Bilder zu sprechen, und das ist gut so, denn das ist eines der Dinge, die der Künstler wenig schätzt. Da hält er es mit Max Liebermann: "Was ich zu sagen hätte, hängt an der Wand!"

    Golls Atelier ist eine Schatzkammer...

    Bildbeschreibung:

    „Tosca“ heißt das Bildnis einer mächtigen Burg in einem baumbewachsenen Hang, in geheimnisvolles diesiges Licht getaucht: Die Sonne nahezu weiß, die mächtigen Steine kubisch und wenig strukturiert, auch die Bäume sind stark stilisiert und doch sehr plastisch. Alles wirkt wie unverrückbar in die Landschaft „geschraubt“ und unvergänglich. Das Grau-Grün erhält durch ein horizontales unregelmäßiges rotes Muster im Mauerwerk seinen farblichen Kontrapunkt.


    Tosca


    Künstler Maroll läßt sich kaum in eine stilistische Kategorie einordnen, obgleich seine Bilder mehr oder minder stark stilisierend, aber nur zurückhaltend abstrakt, wirken. Zum Glück ist bei ihm so gar nichts von „postmoderner Willkür“ zu finden. Seine Bilder sind mit ihrer meist expressionistischen Farbgebung äußerst direkt in ihrer Aussage und sprechen unmittelbar zum Betrachter...

    ...Anschließend sah man die Besucher in intensiver Betrachtung von Bild zu Bild streifen. Wen das an Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ erinnerte, dessen Assoziation wurde im Folgenden noch verstärkt: Freie Improvisationen des Künstlers auf der Posaune unterstrichen in einem sehr persönlichen Vortrag die Individualität und stilistische Eigenart des einzelnen Werkes.

    (Susanne Ehrlich).


    ... Er malt eigene Welten, die er als poetischen Expressionismus bezeichnet, eine Welt, in der er als Maler das ausführt, was der Augenblick erfordert.

    So wird er auch weiter seinen Weg der Malerei gehen, die Reise in die Tiefen seiner Seele weiter führen, und immer neue künstlerische Ziele erreichen.
    (Christel Niemann).


    Ausstellung


    Maroll in seiner Retrospektive 1998 in Verden















    Maroll intoniert Tosca










    Marcus und Carola










    Maroll und der Sozialdemokrat










    Maroll mit Madame Concordia 2001










    Maroll malt







    Buch von Felix Goll

    Buch von Marolls Vater



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