Interessant finde ich den Anfang, es heißt: Aller Anfang ist schwer. Aber das aufregende an jedem Neubeginn sind seine grenzenlosen Möglichkeiten. Kunstwerke unterschiedlichsten Ursprungs wahrnehmen zu dürfen, bereichert das Leben. Jeder Künstler steht auf einem anderen persönlichen Entwicklungs-Level und das macht es so spannend. Ich schätze an meinen Arbeiten das teilweise etwas Unbeholfene, aber ich habe mich entschieden dazu zu stehen und sie trotzdem zu zeigen.

Für mich ist die Kunst andauernde Herausforderung. Sie provoziert mich offen zu werden für Andere und Andersdenkende und teilzunehmen an meiner Mitwelt und auf sie zu reagieren. Meine Sinne zu schulen um mehr zu erfahren, ist meine selbstgewählte Aufgabe.

Die Freiheit in der Kunst ist für mich ihr spannendstes Geheimnis, das ich erforschen will durch ständiges Probieren im Experiment. Ohne die Liebe zur Kunst wird sie fade und leer. Das Anstrengende des Nach Außen Setzen ist manchmal hart und nur schwer zu ertragen aber die Glücksmomente der Befriedigung über gelungene Arbeitsergebnisse gibt es eben auch und das macht Mut um durchzuhalten und weiterzumachen. Die Kunst erfordert menschliche Hingabefähigkeit um zu entstehen. Ohne Liebe geht garnichts. Klar finde ich es auch wichtig Ziele zu haben. Vielleicht könnte man Ziele mit Idealen vergleichen. Doch sind Ideale immer etwas Unerreichbares. Wenn man sich zu hohe Ziele setzt, ist man frustriert weil man sie nicht umsetzen kann.

Um den Ursprung von Schöpfung zu verstehen, möchte ich manchmal dem Schöpfer bei seiner Arbeit über die Schulter sehen. Meine Beziehung zur Kunst ist ohne das Moment der permanenten Erneuerung undenkbar. Bei der Kunstausübung ist es oft notwendig, um Inspiration zuzulassen, dass man seinen Verstand und zum Teil sogar seinen Willen ausschaltet. Das heißt, dass es manchmal besser ist, absichtslos (ziellos), wie mit schlafwandlerischer Sicherheit, kreativ zu sein.

Das hohe Ziel, das man im Hinterkopf hat, ist wie ein Ideal, das man vor Augen hat oder anstrebt, was man aber nie realisieren kann. Beim Kunstmachen erlebe ich zuweilen die Gnade, dass etwas wie von selbst entsteht ohne den eigenen Verstand oder Willen als Hindernis einzubringen. Gelingt es mir, mein Ich auszuschalten während ich male, malt mein Ich durch mich und findet Inspiration. Selbsterkenntnis als Ziel offenbart sich immer deutlicher und deutlicher durch das ständige und immer wieder neue Suchen, Versuchen, Ausprobieren. Freiheit verlangt nach ständiger Geistesgegenwart, so auch die Kunst.